Android ist das mit Abstand verbreitetste mobile Betriebssystem der Welt – laut StatCounter laufen rund 70 % aller Smartphones weltweit darauf. Entwickelt wird Android von Google auf Basis eines Linux-Kernels und in der Open-Source-Variante AOSP (Android Open Source Project) veröffentlicht. Hersteller wie Samsung, Xiaomi, Oppo, Motorola und Google selbst (Pixel) bauen darauf eigene Distributionen und ergänzen sie um proprietäre UI-Layer (One UI, MIUI/HyperOS, ColorOS …). Für Unternehmen, die mobile Apps entwickeln, ist Android praktisch immer ein Pflichtkanal – Apps werden meist parallel für Android und iOS gepflegt.
Geschichte in Kürze
Android wurde 2003 von Andy Rubin gegründet, ursprünglich als Betriebssystem für Digitalkameras. 2005 kaufte Google das Unternehmen, 2008 erschien das erste Android-Smartphone (HTC Dream). Seither hat Android iOS bei der globalen Marktdurchdringung weit überholt – nicht zuletzt, weil es kostenlos lizenzierbar ist und auf einer riesigen Bandbreite an Geräten läuft, vom 80-€-Einsteiger bis zum 1.500-€-Flaggschiff.
Architektur im Überblick
Android ist als Stapel aufgebaut – von unten nach oben:
| Schicht | Inhalt |
|---|---|
| Linux-Kernel | Hardware-Abstraktion, Treiber, Power-/Memory-Management |
| Hardware Abstraction Layer (HAL) | Standardisierte Schnittstellen zu Sensoren, Kamera, Audio |
| Native Libraries | C/C++-Bibliotheken (OpenGL, WebKit, Media-Codecs) |
| Android Runtime (ART) | Ausführungsumgebung für Apps; ersetzt das frühere Dalvik VM |
| Java/Kotlin APIs | das, womit Entwickler täglich arbeiten |
| System Apps + UI-Skins | Launcher, Telefon, Einstellungen, Hersteller-Layer |
Apps laufen jeweils in einer eigenen Sandbox mit eigenen UID und beschränkten Permissions. Berechtigungen wie Kamera, Mikro, Standort oder Kontakte müssen seit Android 6 (2015) zur Laufzeit explizit vom Nutzer freigegeben werden.
App-Distribution
- Google Play Store – mit Abstand wichtigster Kanal, weltweit über 3 Mio. Apps
- Galaxy Store, Huawei AppGallery, Amazon Appstore – Hersteller-/Drittstores
- F-Droid – Open-Source-Community-Store
- Sideloading (APK-Download) – direkt installierbar, anders als bei iOS; sinnvoll für Beta-Tests und Enterprise-Distribution
Seit Android 14 (2023) lassen sich Sideload-Apps nicht mehr ohne Weiteres Zugriff auf systemkritische Permissions geben – ein Sicherheitsgewinn auf Kosten von Flexibilität.
App-Entwicklung für Android
Native Entwicklung
- Kotlin ist seit 2019 die offiziell empfohlene Sprache. Modern, prägnant, Null-sicher.
- Java wird weiterhin unterstützt, ist aber rückläufig.
- Jetpack Compose ist Googles deklaratives UI-Framework, das XML-Layouts ablöst.
- IDE: Android Studio auf IntelliJ-Basis.
Cross-Platform-Entwicklung
Für Apps, die gleichzeitig auf Android und iOS laufen sollen, lohnt sich oft ein Cross-Platform-Framework – das spart Entwicklungs- und Wartungsaufwand erheblich.
- Flutter (Google, Dart) – eine Codebasis, native Performance, hochwertige UIs
- Ionic – Hybrid-Apps auf Web-Stack-Basis, ideal für Content-zentrierte Apps
- React Native (Meta) – JavaScript-/React-Welt, native Komponenten
- Capacitor – moderner Nachfolger von Cordova für Hybrid-Apps
Welcher Weg sich rechnet, hängt vom Funktionsumfang, Performance-Bedarf und Team-Know-how ab – siehe unsere Übersicht zur App-Entwicklung.
Sicherheit und Updates
Android-Updates kommen aus zwei Quellen:
- Google veröffentlicht monatliche Security Patches direkt für seine Pixel-Geräte.
- Hersteller müssen die Patches in ihre eigenen Distributionen einbauen und ausrollen – hier gibt es starke Qualitätsunterschiede. Samsung, Google und neuerdings auch Honor und Xiaomi versprechen inzwischen 5–7 Jahre Updates.
Apps werden über Google Play Protect kontinuierlich auf Schadcode geprüft. Zusätzlich zu Berechtigungen gibt es Scoped Storage, Privacy Sandbox und seit Android 13 separate Permissions für Bilder, Videos und Audio.
Häufige Fragen zu Android
Was ist der Unterschied zwischen Android und Android One / AOSP? AOSP ist die quelloffene Basis. Android in der breiten Wahrnehmung meint die kommerzielle Variante mit Google-Diensten (Play Store, Maps, Pay …). Android One war ein Programm für möglichst nahe-an-AOSP-Geräte mit garantierten Updates – heute weitgehend eingestellt.
Lohnt sich eine eigene Android-App oder reicht eine Webseite? Hängt vom Funktionsumfang ab. Wenn Offline-Fähigkeit, Push-Notifications, Kamera-/Sensor-Zugriff oder ein Auftauchen im Play Store wichtig sind, lohnt sich eine App. Für reine Content- und Marketing-Auftritte ist eine Progressive Web App oder eine responsive Webseite oft die schlankere Lösung.
Wie unterscheidet sich Android-App-Entwicklung von iOS? Beide Plattformen folgen heute ähnlichen Konzepten (deklaratives UI, asynchrone APIs, MVVM/MVI-Pattern), aber Sprache (Kotlin vs. Swift), UI-Framework (Compose vs. SwiftUI) und Store-Richtlinien unterscheiden sich. Cross-Platform-Frameworks federn diese Unterschiede ab.
Wie oft kommt ein neues Android-Release? Einmal pro Jahr eine Major-Version (Android 14, 15, 16 …), monatliche Security Patches dazwischen. Die Roll-out-Geschwindigkeit hängt stark vom Hersteller ab.
Fazit
Android ist als offene Plattform mit riesigem Marktanteil für jede Unternehmens-App ein Pflicht-Zielsystem. Wir entwickeln Android-Apps sowohl nativ (Kotlin) als auch über Cross-Platform-Frameworks wie Flutter und Ionic – immer abgestimmt auf Funktionsumfang und Budget. Mehr Details auf unserer Seite zur App-Entwicklung oder direkt im unverbindlichen Beratungsgespräch.