FTP (File Transfer Protocol, deutsch Dateiübertragungsprotokoll) ist ein Netzwerkprotokoll für die Übertragung von Dateien zwischen Computern über ein TCP/IP-Netzwerk. Es ermöglicht, Dateien zwischen einem lokalen Computer und einem entfernten Server hoch- oder herunterzuladen, und wird bis heute von Webentwickler:innen und Administrator:innen genutzt, um Dateien auf Webserver zu übertragen.
Wie funktioniert FTP?
FTP arbeitet nach dem Client-Server-Modell und nutzt dabei ungewöhnlicherweise zwei getrennte Verbindungen:
- Steuerkanal (Control Connection, Port 21): Über diesen Kanal laufen Befehle wie Login, Verzeichniswechsel oder Dateilisten-Anfragen.
- Datenkanal (Data Connection): Über einen separaten Kanal werden die eigentlichen Dateien übertragen.
Wie dieser zweite Kanal aufgebaut wird, unterscheidet sich zwischen zwei Modi:
- Active Mode: Der Server baut die Datenverbindung aktiv zurück zum Client auf – scheitert in der Praxis häufig an Firewalls und NAT beim Client.
- Passive Mode: Der Client baut beide Verbindungen selbst auf. Deutlich zuverlässiger hinter Firewalls und deshalb heute der Standard in den meisten FTP-Clients.
Die wichtigsten FTP-Varianten im Überblick
| Variante | Verschlüsselung | Basis | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| FTP | Keine | Eigenständiges Protokoll | Zugangsdaten und Dateien im Klartext, veraltet |
| FTPS | TLS/SSL | Klassisches FTP + Verschlüsselung | Getrennter Steuer- und Datenkanal wie beim Original |
| SFTP | SSH | Vollständig eigenständiges Protokoll | Trotz Namensähnlichkeit technisch kein FTP |
FTP vs. FTPS vs. SFTP: Sicherheit im Fokus
Reines FTP überträgt sowohl Anmeldedaten als auch Dateiinhalte unverschlüsselt – wer den Datenverkehr mitschneidet, etwa in einem offenen WLAN, kann Benutzername und Passwort direkt im Klartext auslesen. Für jede Übertragung über das offene Internet ist deshalb eine verschlüsselte Alternative Pflicht:
- FTPS (FTP Secure): Erweitert das klassische FTP-Protokoll um TLS/SSL-Verschlüsselung, behält aber die ursprüngliche Zwei-Kanal-Logik bei.
- SFTP (SSH File Transfer Protocol): Läuft komplett über eine einzige SSH-Verbindung. Trotz des ähnlichen Namens technisch ein eigenständiges Protokoll, das mit dem ursprünglichen FTP nichts zu tun hat – in der Praxis oft die robustere Wahl, weil kein separater Datenport benötigt wird.
Wann wird FTP/FTPS heute noch eingesetzt?
Für neue, selbst kontrollierte Server-Infrastruktur ist SFTP heute meist die bevorzugte Wahl. In der Praxis bieten aber viele Shared- und Reseller-Hosting-Umgebungen – etwa klassische Webhosting-Pakete über Kontrollpanels wie Plesk – bewusst keinen SSH-Zugang, sondern ausschließlich FTPS als Schreibzugriff auf den Webspace. Für Agenturen und Entwickler:innen bleibt der sichere Umgang mit FTPS deshalb bis heute praxisrelevantes Handwerkszeug, auch wenn SFTP technisch die modernere Variante ist.
FTP-Clients und Automatisierung
Für den manuellen Einsatz reichen grafische FTP-Clients wie FileZilla, Cyberduck oder WinSCP. Bei wiederkehrenden Übertragungen – etwa im Rahmen eines Website-Deployments – lohnt sich Automatisierung: Skripte oder CI/CD-Pipelines übernehmen den Datei-Upload dann zuverlässig und ohne manuelle Bedienung, was Fehler durch vergessene oder falsch hochgeladene Dateien vermeidet.
Fazit
FTP ist eines der ältesten noch aktiven Internetprotokolle – und gerade deshalb ein gutes Beispiel dafür, wie sich Sicherheitsanforderungen über Jahrzehnte weiterentwickelt haben. Reines, unverschlüsseltes FTP hat im professionellen Einsatz nichts mehr verloren; FTPS und SFTP haben es zu Recht weitgehend abgelöst. Bei der sicheren Einrichtung von Datei-Transfers, Hosting-Umgebungen und automatisierten Deployments unterstützen wir dich gerne im Rahmen unserer Wartungs- und Sicherheits-Leistungen oder direkt im unverbindlichen Beratungsgespräch.