Google Analytics

Google Analytics GA4

Glossar

Google Analytics ist ein Webanalyse-Dienst von Google, mit dem Betreiber von Websites und Apps das Verhalten ihrer Besucher messen, auswerten und visualisieren können. Das Tool ist in einer Standardvariante kostenlos nutzbar und gilt als das am weitesten verbreitete Analyseprodukt im Web. Mit der Einführung von Google Analytics 4 (GA4) hat Google das System grundlegend modernisiert: Statt einzelne Seitenaufrufe zu zählen, betrachtet GA4 das Nutzerverhalten als zusammenhängende Abfolge von Ereignissen über Geräte- und Sitzungsgrenzen hinweg. Damit lassen sich Customer Journeys realistischer abbilden, als es zu Zeiten von Universal Analytics möglich war.

Welche Daten erfasst Google Analytics?

Google Analytics sammelt eine Vielzahl von Datenpunkten, die zu aussagekräftigen Berichten verdichtet werden:

Zielgruppen-Daten

Anzahl aktiver Nutzer, neue versus wiederkehrende Besucher, demografische Merkmale, Sprache, Standort auf Stadt- oder Länderebene sowie verwendete Geräte, Betriebssysteme und Browser.

Akquisitions-Daten

Über welche Kanäle Besucher kommen – organische Suche, bezahlte Anzeigen, Social Media, Direkteinstiege oder Verweise von anderen Websites. Hier zeigt sich, welche Maßnahmen aus dem SEO- und Marketing-Mix tatsächlich Traffic liefern.

Verhaltens-Daten

Welche Seiten aufgerufen werden, in welcher Reihenfolge, wie lange Nutzer bleiben und wo sie abspringen. Klicks auf Buttons, Downloads von Dateien oder das Abspielen von Videos lassen sich als eigene Ereignisse messen.

Conversion-Daten

Sobald du in GA4 Conversion-Ereignisse definierst – etwa abgeschickte Kontaktformulare, abgeschlossene Käufe oder erreichte Newsletter-Anmeldungen – werden diese pro Quelle, Kampagne und Landingpage ausgewertet.

Wie funktioniert das Tracking?

Damit Daten überhaupt erfasst werden können, wird ein kleines JavaScript-Snippet (in GA4 das gtag- oder Google-Tag-Manager-Tag) in den HTML-Code jeder Seite eingebunden. Sobald ein Besucher die Seite öffnet, sendet das Skript Ereignisse an die Server von Google. Das Skript schreibt zudem standardmäßig einen oder mehrere Cookies auf das Endgerät, um wiederkehrende Nutzer zu erkennen und Sitzungen sauber abzugrenzen.

In GA4 ist nahezu alles ein Ereignis: page_view, scroll, click, file_download. Das macht das Tracking flexibler, erfordert aber auch ein bewusstes Konzept, welche Ereignisse für deine Ziele wirklich relevant sind. Empfehlenswert ist die Einbindung über den Google Tag Manager, weil sich dort Tracking-Logik ohne Code-Deployment pflegen lässt.

Wofür Unternehmen Google Analytics nutzen

Marketing-Performance bewerten

Welche Kampagne bringt qualifizierte Besucher? Welcher Kanal hat die niedrigsten Akquisitionskosten? Mit Google Analytics werden Werbebudgets messbar – Voraussetzung für jede datengetriebene Entscheidung.

User Experience verbessern

Hohe Absprungraten auf einzelnen Seiten, ungewöhnlich kurze Sitzungen oder Abbrüche im Checkout sind starke Indikatoren für UX-Probleme. Die Berichte zeigen, wo es klemmt, sodass Inhalte, Navigation und Performance gezielt optimiert werden können.

SEO-Wirkung messen

Welche Inhalte werden organisch gefunden, welche Keywords führen zu Sitzungen mit hoher Verweildauer und in Verbindung mit der Google Search Console wird sichtbar, wie sich technische und inhaltliche SEO-Maßnahmen auswirken.

Conversions optimieren

Durch das Auswerten kompletter Funnels – vom ersten Seitenaufruf bis zum abgeschlossenen Ziel – wird klar, an welcher Stelle Nutzer aussteigen und wo sich Optimierungspotenzial verbirgt.

GA4 versus Universal Analytics

Universal Analytics, die Vorgängergeneration, wurde von Google am 1. Juli 2023 eingestellt; die Datenverarbeitung in den alten Properties endete endgültig am 1. Juli 2024. Wer heute neu startet, arbeitet ausschließlich mit GA4. Wichtige Unterschiede:

  • Datenmodell: GA4 ist ereignisbasiert, Universal Analytics war sitzungsbasiert.
  • Geräteübergreifendes Tracking: GA4 verbindet Web- und App-Daten in einer einzigen Property.
  • Aufbewahrungsdauer: Standardmäßig 2 Monate (kostenlose Variante) bzw. 14 Monate.
  • Reporting: Weniger vorgefertigte Berichte, dafür flexible Explorationen und Standard-Anbindung an BigQuery.

Datenschutz und Alternativen

Da Google Analytics personenbezogene Daten an Server in den USA übermitteln kann, ist der Einsatz in der EU nur unter bestimmten Voraussetzungen DSGVO-konform: Es braucht eine vorherige, aktive Einwilligung der Besucher (Cookie-Banner mit Consent-Management), eine angepasste Datenschutzerklärung sowie idealerweise IP-Anonymisierung und die Begrenzung der Datenaufbewahrung. Zusätzlich gibt es datensparsamere Alternativen wie Matomo, Plausible oder Fathom, die wir bei aceArt regelmäßig für Kunden einsetzen, die ohne Drittlandtransfer auskommen wollen.

Fazit

Google Analytics ist ein mächtiges Werkzeug, um aus Webanalyse-Daten echte Geschäftsentscheidungen abzuleiten – vorausgesetzt, das Tracking-Konzept passt zu den eigenen Zielen und die rechtlichen Rahmenbedingungen werden eingehalten. Wer eine neue Website plant oder ein bestehendes Tracking-Setup auf GA4 umstellen möchte, sollte Datenschutz, Event-Konzept und Reporting-Bedarf von Anfang an mitdenken. Wir unterstützen dich bei aceArt gerne bei Konzeption, Implementierung und laufender Auswertung.

Häufige Fragen

Ist Google Analytics kostenlos?
Ja, die Standardvariante von Google Analytics 4 ist kostenlos und für die meisten Websites völlig ausreichend. Für sehr große Datenmengen oder erweiterte Funktionen wie umfangreichere BigQuery-Exporte gibt es zusätzlich die kostenpflichtige Enterprise-Variante Google Analytics 360.
Was ist der Unterschied zwischen Google Analytics 4 und Universal Analytics?
Universal Analytics (UA) war sitzungsbasiert und zählte vor allem Seitenaufrufe und Sitzungen. GA4 ist ereignisbasiert: Jede Interaktion – Seitenaufruf, Klick, Scroll, Video-Start – wird als eigenes Ereignis erfasst. Außerdem verbindet GA4 Web- und App-Daten in einer einzigen Property und ist standardmäßig auf eine geräte- und sitzungsübergreifende Customer-Journey-Analyse ausgelegt. UA wurde am 1. Juli 2023 abgeschaltet.
Ist Google Analytics DSGVO-konform einsetzbar?
Ja, aber nicht out-of-the-box. Damit der Einsatz in der EU rechtssicher ist, brauchst du eine vorherige aktive Einwilligung deiner Besucher (Consent-Banner), eine angepasste Datenschutzerklärung, die IP-Anonymisierung und eine begrenzte Datenaufbewahrung. Wer auf Drittlandtransfer in die USA komplett verzichten möchte, fährt mit datensparsamen Alternativen wie Matomo, Plausible oder Fathom besser.
Welche Cookies setzt Google Analytics?
GA4 setzt standardmäßig zwei Cookies: _ga speichert eine eindeutige Nutzer-ID (Standard-Laufzeit: 2 Jahre) und ga verwaltet die Sitzungsinformationen. Beide sind technisch gesehen First-Party-Cookies, weil sie auf der eigenen Domain gesetzt werden – die Daten werden aber an Google-Server gesendet.
Wie binde ich Google Analytics in eine Website ein?
Am komfortabelsten über den Google Tag Manager: Du installierst einmalig den GTM-Container im Quellcode und pflegst alle Tags – inklusive GA4 – über die GTM-Oberfläche, ohne erneut deployen zu müssen. Alternativ lässt sich das gtag.js-Snippet direkt in den <head> der Seite einbauen. Voraussetzung in beiden Fällen: ein eingerichtetes GA4-Property mit Mess-ID.
Welche Alternativen gibt es zu Google Analytics?
Die bekanntesten datensparsamen Alternativen sind Matomo (selbst gehostet oder als Cloud-Lösung), Plausible und Fathom. Sie verzichten auf personenbezogenes Tracking, kommen oft ganz ohne Cookies aus und übermitteln keine Daten in unsichere Drittländer. Funktional reichen sie für Standard-Webanalyse völlig aus, bieten aber weniger Tiefgang als GA4 in den Bereichen Marketing-Attribution und maschinellem Lernen.
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